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Teilprojekt „Lovelybooks“

Bewertungshandlungen auf lovelybooks.de

Das Basler Teilprojekt widmet sich exemplarisch deutschsprachigen online Buchrezensionen und den darin realisierten Bewertungshandlungen, die literarische Werke und Teile derselben verordnen. Das Genre, manifest in auf lovelybooks.de veröffentlichten Texten, geht auf eine mehrheitlich nicht professionelle und nicht oder nicht in erster Linie strategisch lesende Autorschaft zurück, die prototypisch als Reaktion auf die individuelle Lektüre nachträglich eine Rezension verfasst. 

Rezensionen vergeben dabei zunächst einmal rein quantitativ einem bestimmten Buch bis zu fünf Sterne. Zusätzlich enthalten viele Rezensionen einen eigentlichen Text zum Buch. Dieser Text wiederum setzt sich zusammen aus beschreibenden und bewertenden Elementen, die zusammen einen Überblick über subjektivere und objektivere Eigenschaften des rezensierten Werks, beziehungsweise dessen Wirkung auf reale oder angenommene Leser vermitteln. 

Zentral ist für uns in diesen Texten die Bewertung – einerseits in ihrer motivationalen Ausprägung, insbesondere aber in ihrer sprachlichen Realisierung. Dabei werden wir dieser sprachlicher Bewertungen habhaft, indem wir digitale und geisteswissenschaftliche Methoden kombinieren und also im eigentichen Sinne Digital Humanities betreiben. Konkret beinhaltet unsere analytische Arbeit:

  1. händische, qualitative Analyse von Textstrukturen und situierten Bewertungshandlungen im Kontext, die wir anhand von literarischen und linguistischen Schemata kategorisieren.
  2. korpuslinguistische, quantitative Analyse von Mustern, die sich aufgrund von gängigen automatischen Annotationen sowie aus vereinfachten Kategorisierungen aus der qualitativen Analyse eruieren lassen.
  3. Machine Learning basierte Analysen, die bei einem klassischen Mapping von positiver/negativer Polarität mit in Texten realisierten Mustern ansetzen. Erster Schritt in diesem Teilbereich sind gängige Sentiment-Analyse Packages in R und Python, die anhand unserer Daten trainiert und getested werden.

Die mixed-method Analyse von online Buchrezensionen verfolgt dabei zwei Primärziele:

  1. Es sollen Erkenntnisse darüber gewonnen werden, wie deutschsprachige online Buchrezensionen Bewertungen sprachlich äussern.
  2. Aus wissenschaftstheoretische Perspektive sollen die Auswirkungen verschiedener Forschungslogiken reflektiert werden.